3 Fragen an die Mitglieder der Gleichstellungskommission

Étienne Rembold

Wer ist Étienne Rembold?

Entsprechen wir dem Bild, das wir von uns selbst haben oder dem Bild, welches sich andere von uns machen? Ich freue mich, wenn ich als konstruktive Bereicherung für die Gleichstellungsarbeit in Basel-Stadt gesehen werde. Dafür stelle ich gerne mein Fachwissen und meine Fähigkeiten zur Verfügung. Meine «Türe» steht allen offen, die sich mit mir über Gleichstellungsthemen austauschen möchten, denn Gleichstellung sollte für alle da sein – davon bin ich überzeugt.

Thema Gleichstellung: Was bewegt dich?

Manche Menschen identifizieren sich als Männer, manche als Frauen, manche verorten sich nicht in diesen binären Kategorien. Manchen von ihnen wurde bei der Geburt aufgrund ihrer Genitalien ein Geschlecht zugewiesen, dem sie sich tatsächlich zugehörig fühlen, manchen nicht. Unabhängig davon können Menschen alle möglichen sexuellen/romantischen Orientierungen haben.
Ich möchte mich für eine Gleichstellungspolitik und Gleichstellungsarbeit einsetzen, die dieser gesellschaftlichen Realität gerecht wird.

Wo siehst du im Kanton Basel-Stadt noch Handlungsbedarf im Bereich LGBTI?

Den grundlegenden Handlungsbedarf sehe ich darin, Menschen mit nicht-heterosexueller/romantischer Orientierung und nicht-cis/binär-geschlechtlicher Identität nicht als abgeschottete Sammelkategorie auf ein Akronym zu reduzieren, sondern diese gleichwertig im Rahmen der Intersektionalität einzubeziehen.
Massnahmen und Entscheidungen, die pauschal zwischen «Männern» und «Frauen» differenzieren, gehen oftmals von Cis-Heteronormativität aus und werden damit der sexuellen/romantischen und geschlechtlichen Vielfalt nicht gerecht.

Basel, im Dezember 2021

 

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Anna-Katharina Schmid 

Wer ist Anna-Katharina Schmid?

Während des grössten Teils meiner beruflichen Tätigkeit habe ich an Gymnasien gearbeitet, unterbrochen von einigen Jahren als Personal- und Organisationsentwicklerin, die letzten 15 Jahre als Rektorin des Gymnasiums Bäumlihof. Studiert habe ich Geschichte, Germanistik und Sport. Ich bin 63 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Seit einem halben Jahr bin ich zudem Grossmutter.

Thema Gleichstellung: Was bewegt dich?

Nach wie vor bewegt mich am stärksten, wie junge Familien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter einen Hut bekommen können, sodass beide Elternteile gleichermassen teilhaben können an der Erziehung der Kinder und gleichzeitig ihre beruflichen Ambitionen verfolgen können. Dafür sind ausgebaute Betreuungsstrukturen nötig, aber auch die Möglichkeit für beide Geschlechter, auch in anspruchsvollen Tätigkeiten z.B. 80% arbeiten zu können.

Du warst Rektorin eines Gymnasiums. Was findest du auf dieser Stufe wichtig bezüglich Gleichstellung?

Zunächst war ich als erste Gymnasialrektorin im Kanton sicher ein Role Model. Es war und ist mir wichtig vorzuleben und auch Männer und Frauen zu ermutigen, sich sowohl im Beruf wie in der Familie zu engagieren. Mir war wichtig, mit den Lehrpersonen zu besprechen, in welcher Lebensphase sie gerade steckten. Sowohl für Männer wie Frauen ist es meist sinnvoll, in der Lebensphase mit ganz kleinen Kindern den Beschäftigungsgrad und das Engagement in Projektgruppen während ein paar Jahren etwas zu reduzieren, aber nur so, dass der Beruf weiterhin ein wichtiger Teil der Identität bleibt. Zudem ist es als Chefin wichtig, Talente zu erkennen und insbesondere Frauen zu ermutigen, Projektleitungen oder andere verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen. Bezogen auf die gesamte Institution ist es wichtig, dass ein offenes, Diversität förderndes Klima in allen Bereichen gefördert wird.

Basel, im Dezember 2021

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