Geschlecht und Berufswahl

Rollenbilder und Geschlechterstereotypen spielen eine grosse Rolle in der Berufswahl, die in einem langen Prozess über einen langen Zeitraum hinweg erfolgt. Studien zeigen, dass geschlechtsuntypische Berufsverläufe einer besonderen Unterstützung und Motivation durch Familie, Lehrpersonen und Freundeskreis bedürfen. Eine grosse Hürde stellt dabei der Berufsstatus dar: So sind frauentypische Berufe meist durch einen geringeren Status gekennzeichnet. Dadurch lohnt es sich eher für Frauen, einen Männerberuf zu wählen, als umgekehrt.

Eine weitere wichtige Überlegung, die Jugendliche bei der Wahl ihres Berufes machen, ist ihre Vorstellung von Mutterschaft und Vaterschaft bei einer künftigen Familiengründung. Nach wie vor sehen sich Frauen in der Hauptverantwortung für die Haus- und Erziehungsarbeit. Frauen mit grossem Kinderwunsch wählen daher weit häufiger typische Frauenberufe, weil diese in der Regel eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Auf der anderen Seite sehen sich Männer nach wie vor in der Rolle des Familienernährers und wählen daher eher Berufe, die ein hohes Einkommen oder Karrieremöglichkeiten bieten. Die Vorstellung des zukünftigen Familienarrangements stellt daher einen Schlüsselmechanismus zur Erklärung der Geschlechterunterschiede in der Berufswahl dar. (Maihofer/Luterbach et al.)

Unsere Angebote zielen darauf, Kindern und Jugendlichen alle möglichen Bildungswege und Tätigkeitsbereiche aufzuzeigen sowie Lebensentwürfe vor dem Hintergrund einer zukünftigen Familiengründung zu hinterfragen.